Russische o. Vierzehen- Landschildkröte
(Testudo horsfieldii)
Die Bedürfnisse dieser Schildkröten sind im Wesentlichen die gleichen wie die der Griechischen Landschildkröten Testudo hermanni.
Unterbringung:
Bei der Anlage des Geheges im Garten wählen Sie den sonnigsten Platz aus und gönnen Sie Ihrer Schildkröte so viel Platz wie irgend möglich. Weil diese Art gut graben kann, soll die Umzäunung auch im Erdreich ca. 0,5 m tief sein. Setzen Sie z.B. Kantensteine und direkt darauf die Gehegeumrandung (kein Draht, da die Schildkröten auch gut klettern). Sie brauchen auch ein Schutzhaus, das möglichst beheizbar ist, da unsere wenigen Sommertage den Schildkröten nicht ausreichen. Sie müssen im Frühjahr, Herbst und bei längeren Schlechtwetterzeiten Wärme zuführen können, am besten durch Wärmelampen. Steppenschildkröten brauchen mehr Wärme als Griechische Landschildkröten, um ihren Stoffwechsel optimal in Gang zu halten.
Sie können für die kälteren Jahreszeiten auch ein Zimmerterrarium verwenden, das für ein erwachsenes Tier sehr groß sein muß (ab 2 m Länge und 1 m Breite). Als Bodengrund verwenden Sie am besten Garten- oder Walderde.
Winterschlaf ist unbedingt erforderlich.
Sie brauchen also:
Ernährung:
Es gibt kein Fertigfutter für Landschildkröten. Sie müssen schon selbst suchen. Das Beste sind ungiftige Kräuter wie Löwenzahn (auch Blüten), Klee, Wegerich ..., (machen Sie sich sachkundig, Buchempfehlung: "Was blüht denn da?", Der Fotoband, Kosmos Verlag ISBN 3-440-46837-4). Sammeln Sie nicht an Straßen- oder Feldrändern, Hundewiesen oder Gärten, von denen Sie nicht wissen, ob vielleicht gerade gedüngt wurde oder irgendwelche Gifte ausgebracht sind.
Sie können auch alle Salate, Gurken und viele andere Gemüse reichen. Ferner etwas Obst (wie Nachtisch) und von Zeit zu Zeit etwas Kalk z.B. Sepiaschale oder gekochte, gemahlene Eierschale. Die Regel ist, je abwechslungsreicher – je besser.
Kein Fleisch!!!
Steppenschildkröten trinken wenig, trotzdem sollte immer sauberes Trinkwasser zur Verfügung stehen.
Pflege:
Auch sollten die Schildkröten 2-3 mal wöchentlich gebadet werden. Meistens trinken sie dann doch. Zum anderen werden sie dann auch sauber. Eine schmutzige Schildkröte sieht nicht nur nicht schön aus, sondern durch festsitzende Erde oder Hautreste kann es auch zu Hautreizungen – bis hin zu schweren Entzündungen kommen. Außerdem behindert Schmutz die Wärmeaufnahme. Das Einreiben des Panzers oder der Haut mit irgendwelchen Fetten ist normalerweise nicht erforderlich.
Noch etwas:
Haben Sie keine Angst vor der Aufzucht von Jungtieren. Sie ist nicht schwieriger, als die Haltung erwachsener Tiere. Es macht viel Freude, zu sehen, wie aus einem kleinen, ca. 20 g leichten Krötchen eine ausgewachsene Schildkröte wird. Ich halte meine Kleinen wie die Großen – nur der Winterschlaf ist kürzer (ab 8 Wochen) und die Gehege sind kleiner.